Werkstattarbeit
Katze Amanda im Textarchiv

Werkstatt bedeutet, daß wir gemeinsam mit Stadtteilbewohnern am Barmbeker Geschichtsbild werkeln.

Wie wirs von Beginn an taten, werkeln wir auch jetzt noch an einer Geschichte von unten. Damit ist unser Gegenstand und die Sichtweise bezeichnet. Die Geschichte der Vielen, der Unbeachteten soll erforscht und dargestellt werden. Und zwar vom Interessenstandpunkt der Abhängigen, der Benachteiligten aus. Damit kommt Parteilichkeit ins Spiel.

Parteilich sein heißt wirken wollen, in die Gegenwart hineinwirken wollen. Wir wollen Gelegenheit geben, die eigene Geschichte deutlicher zu erkennen und sich so erst anzueignen. Wir hoffen, daß daraus ein Ansporn werden kann, nicht einfach hinzunehmen, was heute mit uns geschieht und schon bald unsere Geschichte sein wird. Ein Ansporn auch, nicht gedankenlos mitzumachen, sondern seinen eigenen Beitrag (sei er noch so gering) zur werdenden Geschichte zu leisten - und auch im Kleinen, hier und jetzt, die eigene Sache in die Hand zu nehmen.
Die Geschichte der Vielen ist vor allem eine Geschichte ihres Alltags. Alltagsgeschichte erschließt sich gerade auch aus alltäglichen Quellen. Eine von ihnen ist die oral history, die mündlich mitgeteilte Geschichte. Auch sie muß natürlich kritisch behandelt werden.
Es ist insbesondere die Zusammenarbeit mit den Zeitzeugen, die diese Quelle für uns so anziehend macht.
Daß wir offen sein wollen für vielfältige Beiträge zu unserer Arbeit, ist ein Werkstatt-Prinzip. Der ständige Austausch mit Stadtteilbewohnem und Werkstatt-Freunden, das Geben und Nehmen in mannigfachen Formen, ist tatsächlich ein kennzeichnender Zug unsrer gesamten Arbeit.