
Ralph Giordano bei einer Lesung
Ja, denn wir verstehen Heimat nicht in nur rückgewandtem,
verklärendem Sinn. Heimat Barmbek, dazu gehören dunkle und helle Seiten, beide gilt es zu sehen. Heimat ist für uns nicht etwas,
das wir einfach haben, sondern auch etwas, das erworben werden will, das Engagement fordert. (Darum befassen wir uns des
öfteren auch mit Gegenwarts- und Zukunftsfragen, mit Fragen der Stadtteilentwicklung speziell. Daraus ergeben sich dann
Kooperationen mit anderen Vereinen und Initiativen.)
Uns scheint, es gibt noch immer (oder gerade in unserer Zeit) ein Bedürfnis nach Heimat, ein Bedürfnis,
Wurzeln zu haben oder sich seiner Wurzeln zu versichern. Auch manche Neu-Barmbeker legen ein Heimatinteresse an den
Tag (im oben beschriebenen Sinn).
So kann Heimatgeschichte dazu beitragen, die Verbundenheit mit dem eigenen Stadtteil zu stärken und sein Bild in den Köpfen
zu schärfen. (Den viel ge- und mißbrauchten Ausdruck Identität wollen wir vermeiden.)
Auf die Wonnen der Provinzialität oder biedermeierliches Flucht-Pläsier haben wir es nicht abgesehen bei der Beschäftigung mit der lokalen Geschichte
Deshalb sind wir auch stets darauf bedacht, die Geschichte im Kleinen mit der Geschichte im Großen zu verknüpfen,
die eine in der andern zu spiegeln. Erkenntnis durch Nähe heißt die Devise, die sich wohl am besten bei Live-Berichten
von Zeitzeugen bewährt. Zeitzeugen wie z. B. Ralph Giordano, Barmbeker von Geburt und aus Anhänglichkeit und Mitglied
in unserem Trägerverein.

